Ich legte den Retourgang ein und fuhr die steile Einfahrt nach oben. Im Hof vor dem Haus erwartete mich die Mutter meiner Freundin. Sie blickte auf mich. Dann auf den Beifahrersitz. Dann wieder auf mich. Ich sah sie an – und in diesem Moment wusste ich, was passiert war. Scheiße…

Ich schlug mir mit der flachen Hand auf die Stirn, gab Gas und fuhr, so schnell es der alte Wagen zuließ, dorthin zurück, wo ich hergekommen war: Auf den Dobratsch, den Villacher Hausberg. Wo ich den ganzen Tag über Schifahren war. Mit meiner Freundin. Die nun dastand, am Parkplatz. Völlig alleine, im Dunkeln, durchgefroren und verweint. 45 Minuten hatte sie warten müssen, Handys gab es Ende der Achtzigerjahre ja noch nicht.

Bis heute weiß ich nicht, wie es möglich war, dass ich sie einfach am Berg vergessen hatte. Nur, falls Sie fragen: Nein, die Beziehung hat nicht gehalten.

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