10 Jahre Tageszeitung.
10 Jahre Monats-Magazine.
5 Jahre Wochenzeitungen.

Man kann sagen, ich habe das Printmedien-System in Österreich durchgespielt. Seit 1992 schreibe ich in Villach, Klagenfurt oder Wien für Geld. Als Freier Mitarbeiter, als angestellter Redakteur, als Ressortleiter, als Chefredakteur, als Mädchen für alles, zuletzt als Dorfreporter.

Jetzt ist Schluss. Ich höre bei der Kärntner WOCHE, wo ich zuletzt beschäftigt war, mit Ende Oktober auf  und werde dann – erstmals in meinem Berufsleben – kein Journalist mehr sein. Wenn man von meinen Ferialjobs als Kellner und Postler absieht.

Ich werde mit Jahresbeginn in die Pressestelle der Stadt Villach, meiner Stadt Villach, wechseln und mich dort um Dinge kümmern. Worum genau, das werden wir in den kommenden Wochen noch im Details klären. Es wird der siebente Job in den vergangenen 25 Jahren sein, denn das (Berufs-)Leben ist meiner Meinung nach eine Reise. Und Reisen führen von Station zu Station.

Auf mein Vierteljahrhundert als Schreiber sehe ich mit großer Freude zurück. Ich habe spannende Zeiten erlebt – alleine der technische Wandel! Die ersten Storys habe ich noch per Fax in die Redaktion geschickt, Fotos mussten schnell und für ein Schweinegeld entwickelt werden, ehe man die Abzüge in die Redaktion bringen konnte. Der Wechsel hin zu immer mehr digital hat mir keine Schwierigkeiten bereitet, ich denke der Kanal, über den man seine Geschichten verbreitet, ist völlig egal. Es geht um die Story.

Dass ich zuletzt immer öfter nicht verstanden habe, WAS alles eine Story  zu sein scheint und dass man mit Politikern auch Emojy-Interviews machen kann, verbuche ich als mein Problem. In Erinnerung bleibt die (oft auch nur kurze) Zusammenarbeit mit außergewöhnlichen Menschen wie Kurt Vorhofer, Hubert Patterer, Kurt Kuch oder Heinz Sichrovsky. Vor allem aber mit Ex-Kleine-Zeitung-Chefredakteur Reinhold Dottolo.

Jetzt entschuldigen Sie bitte, ich habe ca. 50 SMS und andere Nachrichten erhalten. Es gibt tatsächlich ein paar Leute, die der Job-Wechsel eines Dorf-Reporters interessiert. Eigentlich schön.

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