2015 war letztlich eine Sau von einem Jahr. Verschlagen wie ein Gebrauchtwagenverkäufer.

Dabei hat alles so erfreulich begonnen: Die Tochter schaffte die Matura, das erste Jahr der Zentralmatura, problemlos und überstand auch die anschließende Klassenreise nach Spanien ohne sichtbare Schäden. Das war nicht immer so: von der Landschulwoche in Kroatien kam sie, zwei Jahre früher, mit einem Nasenbeinbruch zurück.

Zudem entwickelte sich die Selbstständigkeit meiner Frau im zweiten Jahr besser als von uns erwartet und auch ich fand mich in meinem neuen Leben am Ende der Welt – Villach statt Wien – sehr gut zurecht. Die Koflers ohne Pannen? Preiset den Herrn.

Doch dann zog der 8. Juli ins Land – und mit ihm ein Hagelsturm, wie in Villach noch nicht erlebt hatte. Gesamtschaden rund 250 Millionen Euro. Genau über meinem Stadtteil, St. Magdalen, war es so ziemlich am Schlimmsten. Das Dach über meiner Wohnung gedachte den Hagelkörnern und dem stundenlang nachkommenden Regen freien Eintritt zu gewähren. Bilanz: eine mehr oder weniger verwüstete Wohnung: Decke kaputt, Wände kaputt, Boden kaputt.
Auch ja: und beide Autos kaputt. Weil Garage hat der Herr Kofler keine.

Bei den ersten Renovierungsmaßnahmen in der Villacher Wohnung kam der Anruf, dass es auch in meiner Wiener Wohnung eine unerfreuliche Wasseransammlung gegeben hatte. Ein Aquarium in der Wohnung über der meinen hatte seinen Geist auf- und sehr viel Wasser abgegeben. Damit auch die Wiener Bleibe komplett im Arsch („anus horribile“).

Ich fasse kurz zusammen: zwei Wohnungen, zwei Autos – alles oje. Gesamtschaden rund 50.000 Euro. Blöd natürlich. Aber mit einer gewissen Lebenserfahrung muss man sagen: ist nur Geld, so what. Das meiste zahlten ohnehin Versicherungen.

Was ich unterschätzt habe: Wie unfassbar lästig die folgenden Monate werden sollten. Unzählige Gespräche, Telefonate, Mails und Termine mit Gutachtern, Sachverständigen, Professionisten und Mitarbeitern von Hausverwaltungen – die grauen Haare an meinen Schläfen gehören diesen, nicht durchwegs mit Hausverstand gesegneten Menschen.

Als Draufgabe bekamen wir in Villach einen extrem kurzfristigen Sanierungstermin – eine Woche vor Weihnachten: 120-Quadratmeter-Wohnung über Nacht ausräumen, Handwerker ein Massaker anrichten lassen, das Beste hoffen. Und das mit merkbar angespannten Damen des Hauses. Denn zeitgleich absolvierte meine Tochter ihren Führerschein und meine Frau musste operiert werden. Die Schrauben und Platten genannten Folgen eines Motorradunfalls mussten aus der linken Hand entfernt werden. Stress, Angst, Dreck – 2015 mit einem finale furioso.

Erfreulich entwickelte sich hingegen die Arbeit: das Ende 2014 erneuerte Team der WOCHE Villach hat sich in jeder Hinsicht am Markt behaupten können: inhaltlich und wirtschaftlich entwickelte sich das Produkt erfreulich, das dreistellige Umsatzplus dürfte österreichweit einzigartig sein.

Ach ja, und ein Buch habe ich auch auf den Markt gebracht. „Früher war ich jünger. 41 Geschichten aus dem Leben eines einfachen Mannes“ heißt es. Es hat etwas Aufmerksamkeit in diversen Medien erhalten, es gab ein paar Lesungen (zwei kommen noch) und es wurden rund 1.000 Stück verkauft. Endgültige Zahlen gibt es noch nicht.
Ich habe Pläne für weitere Bücher. Vielleicht kommt da noch etwas. Außer, die Handwerker, deren Sanierungsarbeiten in der Wiener Wohnung (komplett) und in der Villacher Wohnung (neuer Boden fehlt noch) bis ins Frühjahr dauern werden, haben mich vorher unter die Erde gebracht.

Advertisements